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Als Kolumbarium wird eine Begräbnisstätte bezeichnet, die in Form einer Halle, eines Gewölbes oder als Nischenwand im Freien der Beisetzung und Aufbewahrung der Urnen eingeäscherter Verstorbenen dient.

 

Noch mehr spannende Infos gibt's im Lexikon.

Aus dem Lexikon

Die Erdbestattung Unter einer Erdbestattung (auch: Inhumation) versteht man die Beisetzung des Leichnams in ... weiter lesen

Krematorium bleibt immer öfter kalt

Stadt Aachen beklagt zu geringe Anzahl von Einäscherungen, zu hohe Modernisierungskosten und den Leichentourismus

Aachen. Es klingt makaber, ist aber wahr: Obwohl in Aachen mittlerweile jeder zweite Verstorbene in einer Urne die letzte Ruhe findet, bleiben die Öfen im Krematorium auf der Hüls immer öfter kalt.

 

Bis vor zwei Jahren zählte man noch rund 4300 Einäscherungen pro Jahr. Mittlerweile sind es nur noch 3500, das städtische Umland mitgezählt. Pro Einäscherung überweisen die Angehörigen eines Verstorbenen stattliche 378 Euro Gebühren. Das ergibt bei 800 Feuerbestattungen weniger ein Einnahme-Minus von mehr als 300.000 Euro.

 

Doch die Stadt als Betreiberin des Aachener Krematoriums muss nicht nur Mindereinnahmen verkraften, sondern zahlt noch kräftig drauf. Satte 300.000 Euro mussten 2007 in neue, energiesparende Wärmetauscher investiert werden. Dann wurde der Kamin saniert und demnächst soll noch die Tuchfilteranlage überholt werden. 150.000 Euro sind dafür fällig.

 

Dem Aachener Krematorium laufen aber nicht nur die Kosten, sondern auch die Bestatter weg. Kaum 15 Minuten entfernt, im niederländischen Kerkrade-Geleen, fällt die Rechnung pro Einäscherung nämlich deutlich günstiger aus. Und sogar auf deutscher Seite sind viele der bundesweit rund 140 Krematorien preiswerter als Aachen. Düsseldorf etwa berechnet einen Basissatz von 262 Euro.

 

Regelrechte Sammeltransporte Verstorbener rollen regelmäßig bis ins Rhein-Taunus-Krematorium bei Koblenz. Dort liegt man etwa 20 Prozent unter den Aachener Kosten.

Das Privatunternehmen äschert jährlich bis zu 20.000 Verblichene ein. Der angebotene Full Service kommt an: Im Unterschied zu städtischen Krematorien ist man dort angeblich rund um die Uhr erreichbar.

 

Der Leichentourismus zu Discount-Preisen boomt aber vor allem in Richtung Holland und Belgien. Das ist an der Zahl der Leichenpässe abzulesen, die in Aachen vor dem Transport über die Grenze beantragt werden müssen. 2003 stellte die Stadt gerade mal 19 Leichenpässe aus, bis 2007 immerhin schon 506. Dieses Jahr wird aller Voraussicht nach die 700er-Marke überschritten.

 

Dass man deutsche Urnen eigentlich erst 30 Tage nach der Einäscherung wieder in die Bundesrepublik zurückbringen darf, spielt in der Praxis kaum eine Rolle.

 

 

Quelle: www.az-web.de

 

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